Schneeschuhwandern im Hotzenwald: Ausrüstung und Routen
Mit Schneeschuhen über die verschneite Hochfläche: was Sie an Ausrüstung brauchen, wo eine markierte Route beginnt und warum Wildruhe im Winter so wichtig ist.
Mit Schneeschuhen wird eine verschneite Landschaft begehbar, in der man sonst bis zu den Knien einsinken würde. Technik müssen Sie kaum lernen, und die offene Hochfläche rund um Höchenschwand ist dafür wie gemacht: sanfte Wellen, Waldränder, weite Blicke. Bei Höchenschwand gibt es sogar eine ausgeschilderte Schneeschuhroute. Dieser Artikel erklärt, was Sie brauchen, wie Sie eine Tour planen und warum Rücksicht auf Wildtiere im Winter keine Nebensache ist.
Höchenschwand und der Hotzenwald
Der Hotzenwald ist die südlichste Landschaft des Schwarzwalds, eine Hochfläche, die zum Hochrhein hin abfällt. Im engeren Sinn liegt er zwischen den Tälern von Wehra und Alb. Höchenschwand liegt knapp östlich der Alb auf der benachbarten Hochfläche und damit am Rand des Hotzenwalds. Landschaftlich ist der Übergang fließend: Hier wie dort prägen Wiesen, Weiler, Moore und Wälder das Bild. Mehr über die Region, ihre Orte und ihre Geschichte lesen Sie im Beitrag Hotzenwald entdecken.
Für Schneeschuhwanderer ist diese Landschaft ideal. Es gibt kaum steile Hänge, die Orientierung ist dank Weilern und Waldrändern einfach, und an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Alpen.
Die ausgeschilderte Route bei Höchenschwand
Nach Angaben von Schwarzwald Tourismus beginnt eine durchgehend markierte Schneeschuhroute am Parkplatz Kreuzstein bei Höchenschwand und führt über die Weiler Strittberg und Amrigschwand. Gekennzeichnet ist sie mit pinkfarbenen Schneeschuh-Schildern. Die Route ist für Einsteiger gedacht und lässt sich gut in einen halben Tag einbauen.
Bitte beachten Sie:
- Die Route ist nur bei ausreichender Schneelage sinnvoll. Ob sie begehbar ist, erfahren Sie bei der Tourist-Information.
- Markierungen können unter Neuschnee oder durch Schneebruch verdeckt sein. Eine Karte oder eine Tourenapp mit offline gespeicherter Route hilft.
- Wo die Route Loipen kreuzt oder an ihnen entlangführt, gehen Sie neben der Spur, nie darauf.
Schneeschuhe können Sie laut Schwarzwald Tourismus bei der Tourist-Information Höchenschwand leihen. Reservieren Sie an Wochenenden und in den Ferien vorher, die Zahl der Paare ist begrenzt.
Auch in anderen Teilen des Südschwarzwalds gibt es in schneereichen Wintern markierte Schneeschuhrouten, etwa in der Feldbergregion. Welche davon aktuell ausgeschildert sind, wissen die jeweiligen Tourist-Informationen.
Ausrüstung: Was Sie brauchen
| Ausrüstung | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Schneeschuhe | Für die Hochfläche reichen einfache Modelle aus Kunststoff oder mit Aluminiumrahmen. Eine Steighilfe unter der Ferse entlastet bergauf. Die Größe richtet sich nach Körpergewicht samt Rucksack. |
| Schuhe | Feste, wasserdichte Wanderschuhe oder Winterstiefel mit guter Sohle. Turnschuhe werden nass und halten in der Bindung nicht. |
| Stöcke | Wander- oder Skistöcke mit großen Schneetellern, damit sie nicht einsinken. |
| Gamaschen | Halten Schnee aus den Schuhen, besonders im tiefen Pulverschnee. |
| Kleidung | Schichten statt dicker Jacke: Funktionsunterwäsche, wärmende Zwischenschicht, wind- und wasserdichte Außenjacke. Mütze und zwei Paar Handschuhe. |
| Rucksack | Thermoskanne mit warmem Getränk, Vesper, Ersatzhandschuhe, Sonnenbrille, Sonnencreme, Stirnlampe, kleines Erste-Hilfe-Set. |
| Telefon | Voll geladen und warm am Körper getragen, Kälte leert Akkus schnell. Route offline gespeichert. |
Schwitzen ist beim Schneeschuhwandern der häufigste Fehler. Ziehen Sie vor dem Losgehen lieber eine Schicht aus. Nach zehn Minuten Gehen ist Ihnen ohnehin warm. In Pausen kommt die Schicht wieder drüber, bevor Sie auskühlen.
So gehen Sie mit Schneeschuhen
- Ebene: Normal gehen, nur etwas breitbeiniger, damit die Schneeschuhe sich nicht berühren.
- Bergauf: Kleine Schritte, Steighilfe ausklappen, Gewicht auf den Vorderfuß. Die Krallen unter der Bindung greifen im Schnee.
- Bergab: Leicht in die Knie gehen, Gewicht auf die Ferse, Stöcke etwas länger einstellen.
- Querung: Steile Querhänge sind mühsam und rutschig. Besser in Kehren gehen oder einen anderen Weg wählen.
- Umkehren: Auf der Stelle im Bogen wenden, nicht rückwärts gehen.
Touren planen
Im Schnee kommen Sie deutlich langsamer voran als im Sommer. Wie langsam, hängt von Schneehöhe, Schneeart und Gelände ab. Planen Sie die erste Tour deshalb kurz und großzügig. Im Hochwinter wird es früh dunkel, kehren Sie lieber eine Stunde zu früh als zu spät um.
Eine einfache Checkliste vor dem Start:
- Schneebericht und Wetter geprüft? Bei Sturm, Nebel oder starkem Schneefall lieber verschieben.
- Route bekannt und offline gespeichert?
- Jemandem gesagt, wohin Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen?
- Umkehrzeit festgelegt?
- Warmes Getränk und Ersatzhandschuhe eingepackt?
Auf der Hochfläche um Höchenschwand spielt Lawinengefahr praktisch keine Rolle. An steilen Hängen im höheren Südschwarzwald, etwa in Karen am Feldberg, sind Schneebretter und Wechten dagegen möglich. Meiden Sie dort steile, unberührte Hänge und bleiben Sie auf markierten Routen.
Wildtiere: warum Ruhe im Winter so wichtig ist
Im Winter ist Nahrung knapp, und Wildtiere wie Rehe, Hirsche und Raufußhühner fahren ihren Stoffwechsel herunter, um Energie zu sparen. Werden sie aufgeschreckt, fliehen sie durch tiefen Schnee und verbrauchen Reserven, die sie bis zum Frühjahr brauchen. Im Schwarzwald betrifft das auch das Auerhuhn, eine besonders störungsempfindliche Art.
Deshalb gilt:
- Auf markierten Routen und Wegen bleiben, nicht querfeldein durch Wald und Dickicht.
- Waldränder und Dickungen vor allem in der Dämmerung meiden, dann sind Tiere unterwegs.
- Hunde an die Leine nehmen.
- Hinweise zu Schutzgebieten und Wildruhezonen beachten, dort gelten teils besondere Regeln.
- Leise sein, keine Tiere verfolgen, um ein Foto zu bekommen.
Leihen oder kaufen?
Für die ersten Touren lohnt sich das Leihen. Sie merken so, ob Ihnen das Gehen mit Schneeschuhen liegt, und probieren aus, welches Modell bequem ist. Ein Kauf rechnet sich eher, wenn Sie jeden Winter mehrere Tage im Schnee verbringen. Achten Sie dann auf eine Bindung, die sich auch mit Handschuhen schnell schließen lässt, auf eine Steighilfe und auf Krallen unter dem Vorderfuß. Lassen Sie sich die Bindung beim Ausleihen einmal auf Ihre Schuhe einstellen, bevor Sie losgehen. Auf einem kalten Parkplatz ist das deutlich mühsamer.
Mit Kindern auf Schneeschuhen
Kinder haben im tiefen Schnee oft mehr Spaß als Erwachsene, ermüden aber schneller. Für sie gibt es kleinere Schneeschuhe, die zu ihrem geringeren Gewicht passen. Planen Sie mit Kindern kurze Runden, viele Pausen und ein Ziel, auf das sie sich freuen können, etwa Tierspuren im Schnee lesen oder eine Pause mit warmem Tee. Kinder kühlen in Pausen schneller aus als Erwachsene, deshalb gehören eine zusätzliche warme Schicht und trockene Handschuhe in den Rucksack. Weitere Ideen für Wintertage mit der Familie finden Sie unter Winterurlaub in Höchenschwand.
Weitere Ziele im Hotzenwald
Westlich der Alb, im Kern des Hotzenwalds, liegen weitere Hochflächen mit offenen Wiesen, kleinen Weilern und Moorgebieten, etwa rund um Herrischried, Görwihl und Rickenbach. In schneereichen Wintern sind auch dort Winterwanderungen möglich. Ob es markierte Schneeschuhrouten gibt und wie der Schnee liegt, erfahren Sie bei den Tourist-Informationen der Orte. Moore stehen häufig unter Schutz, auch im Winter gilt dort: auf den Wegen bleiben.
Wenn der Schnee nicht reicht
Auf rund 1.000 Metern schwankt die Schneelage von Winter zu Winter stark. Liegt zu wenig Schnee für Schneeschuhe, sind geräumte oder gewalzte Winterwanderwege eine gute Alternative. Bei Eis helfen Grödel oder Spikes unter den Wanderschuhen. Ideen für Touren ohne Schnee finden Sie im Bereich Wandern rund um Höchenschwand, alle Wintersportarten im Überblick unter Winterurlaub in Höchenschwand.
Quellen
- Schneeschuhroute ab Parkplatz Kreuzstein, Markierung und Verleih: Schwarzwald Tourismus GmbH, Toureneintrag „Schneeschuhtrail“ Höchenschwand
- Wildtiere im Winter und Auerhuhn: Hinweise des Naturparks Südschwarzwald und der Forstverwaltung Baden-Württemberg
- Schneelage: Tourist-Information Höchenschwand (tagesaktuell)
Fragen und Antworten
- Braucht man für Schneeschuhwandern Erfahrung?
- Nein. Wer normal wandern kann, kommt mit Schneeschuhen schnell zurecht. Die ersten Minuten fühlen sich ungewohnt an, weil man etwas breitbeiniger geht. Für den Einstieg eignen sich flache, markierte Routen wie die Runde bei Höchenschwand. Steile Hänge und Touren abseits markierter Wege sind etwas für Geübte oder geführte Gruppen.
- Wie viel Schnee braucht man für Schneeschuhe?
- Sinnvoll sind Schneeschuhe erst, wenn eine geschlossene, ausreichend tiefe Schneedecke liegt, in der man ohne sie einsinken würde. Bei dünner Schneelage oder vereisten Wegen sind Wanderschuhe mit Grödeln oder Spikes oft die bessere Wahl. Den aktuellen Stand kennt die Tourist-Information.
- Darf man mit Schneeschuhen überall durch den Wald gehen?
- Rechtlich ist das Betreten des Waldes grundsätzlich erlaubt, es gibt aber Ausnahmen wie Schutzgebiete mit Wegegebot und Wildruhezonen. Unabhängig davon stören Querfeldein-Touren Wildtiere, die im Winter mit ihren Kräften haushalten müssen. Bleiben Sie deshalb auf markierten Routen und Wegen.
- Gibt es geführte Schneeschuhtouren?
- In der Region bieten verschiedene Anbieter, Naturschutzzentren und Tourist-Informationen in schneereichen Wintern geführte Touren an, teilweise mit Leihausrüstung. Welche Termine es gibt, erfahren Sie bei der Tourist-Information Höchenschwand oder beim Naturpark Südschwarzwald.
Weiterlesen
- Winterurlaub
Auf rund 1.000 Metern ist Höchenschwand ein Ort für den sanften Winter: Langlauf, Rodeln, Schneeschuhtouren und Spaziergänge mit Alpenblick.
- Hotzenwald
Die südlichste Landschaft des Schwarzwalds: wo der Hotzenwald liegt, welche Orte dazugehören, was die Hochfläche prägt und wer die Salpeterer waren.
- Wandern
Leichte Runden über die Hochfläche, steile Wege ins Albtal und Fernwanderwege wie der Albsteig: ein Überblick, wie Sie die passende Tour finden.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Höchenschwand im Web.