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Höchenschwand: Lage, Ortsteile und Geschichte

Ein Hochplateau zwischen Alb und Schwarza, rund 2.500 Einwohner, eine lange Klostergeschichte und der Ruf als Dorf am Himmel.

Höchenschwand ist kein Ort, den man zufällig durchquert. Wer auf der B 500 von Waldshut-Tiengen nach Norden fährt, steigt aus dem Tal des Hochrheins über Kehren und Waldstücke hinauf, bis sich der Blick plötzlich öffnet: eine breite, fast baumfreie Hochfläche, Wiesen, verstreute Höfe, und in der Mitte das Dorf mit seiner Kirche. Genau diese offene Lage auf rund 1.015 Metern macht den Ort aus. Sie bringt frische Luft, weite Sicht und bei passender Wetterlage einen Blick auf die Schweizer Alpen, der den Ort seit dem 19. Jahrhundert bekannt gemacht hat.

Lage: zwischen Albtal, Schwarza und Hochrhein

Die Gemeinde liegt im Landkreis Waldshut im Süden Baden-Württembergs. Im Westen fällt das Gelände ins Tal der Alb ab, an deren Lauf St. Blasien mit seinem Dom liegt. Im Osten begrenzt das Tal der Schwarza die Hochfläche. Nach Norden schließt Häusern an, dahinter beginnt die Seenlandschaft um den Schluchsee. Nach Süden geht es hinunter zum Hochrhein und zur Schweizer Grenze.

Nachbargemeinden sind Häusern im Norden, Schluchsee und Ühlingen-Birkendorf im Osten, Weilheim im Süden und St. Blasien im Westen. Für Gäste heißt das: Kurze Wege zu den Klassikern des Südschwarzwalds, ohne selbst mitten im Ausflugsverkehr zu wohnen. Welche Ziele sich von hier aus lohnen, steht im Bereich Ausflugsziele.

Die Ortsteile

Die heutige Gemeinde ist größer als das Dorf, das man von der Bundesstraße aus sieht. Bei der Gemeindereform in Baden-Württemberg kamen Anfang der 1970er-Jahre zwei bis dahin selbstständige Gemeinden hinzu:

  • Tiefenhäusern wurde 1971 eingemeindet. Dazu gehören Frohnschwand, Heppenschwand, Oberweschnegg und Unterweschnegg.
  • Amrigschwand folgte 1974. Zu diesem Teil zählen Attlisberg, Ellmenegg, Segalen, Strittberg, der Hof Leinegg und Steinreusche.

Die Ortsteile sind überwiegend bäuerlich geprägte Weiler mit einzelnen Höfen, Ferienwohnungen und Wanderwegen dazwischen. Wer Ruhe sucht und mit dem Auto oder dem Bus beweglich ist, findet hier oft die stilleren Quartiere. Worauf man bei der Wahl der Lage achten sollte, erklärt der Ratgeber Unterkünfte in Höchenschwand.

Geschichte in Stichworten

Höchenschwand ist alt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1158, damals als „Hachinsvanda“. Der Name verweist wie viele Orte der Gegend auf das Roden, das „Schwenden“ des Waldes. Über Jahrhunderte war die Geschichte des Dorfes eng mit dem Kloster St. Blasien verbunden, das die Hochfläche besiedeln und bewirtschaften ließ. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts lag die Schutzherrschaft über das Kloster bei den Habsburgern, die Gegend gehörte damit zu Vorderösterreich.

Mit der Säkularisation endete 1806 die Zeit des Klosters, Höchenschwand kam zum Großherzogtum Baden. Im 19. Jahrhundert begann die Entwicklung zum Gästeort: 1876 wurde Höchenschwand als Luftkurort anerkannt, 1939 folgte das Prädikat Heilklimatischer Kurort. Was dieses Prädikat bedeutet und wie Gäste das Klima nutzen können, beschreibt die Seite Heilklima und Gesundheit.

Eine Episode prägt das Selbstbild bis heute: 1863 würdigte der Schweizer Alpen-Club das Panorama von Höchenschwand als „Generalansicht der Schweizer Alpen“. Der Alpenblick ist seitdem das Markenzeichen des Ortes.

Was man im Ort sehen kann

Höchenschwand ist kein Museumsdorf, aber es gibt einige Punkte, die einen Spaziergang lohnen:

  • Pfarrkirche St. Michael mit der Höchenschwander Beweinung, einer Bildhauerarbeit, die dem Barockbildhauer Georg Petel zugeschrieben wird.
  • Johanneskirche und Marienkapelle als kleinere Sakralbauten im Ort.
  • Rothaus-Zäpfle-Turm, ein Aussichtsturm von gut 51 Metern Höhe mit Kletterwand. Von oben wird der Rundblick über Hochfläche, Wälder und bei klarer Luft bis zu den Alpen noch weiter.
  • Museum Malerhäusle, das an den Maler Christian Gotthard Hirsch erinnert.
  • Höchenschwander Moor und Tiefenhäuser Moos, zwei Hochmoore, die zeigen, wie die Landschaft vor der Rodung aussah.
  • Bannwald Schwarzahalden an den Hängen zur Schwarza, ein großes Waldschutzgebiet, in dem der Wald sich selbst überlassen bleibt.

Öffnungszeiten von Turm, Museum und Kirchen wechseln mit der Saison. Aktuelle Angaben gibt die Tourist-Information im Ort.

Der Alpenblick

Der berühmteste Anblick von Höchenschwand ist kein Gebäude, sondern eine Wetterlage. Bei Föhn oder bei Inversion, wenn unten im Rheintal Nebel liegt und oben die Sonne scheint, reicht die Sicht über das Nebelmeer hinweg bis zu den Gipfeln der Schweizer Alpen. An besonders klaren Tagen ist das Panorama sehr breit. Warum diese Tage vor allem im Herbst und Winter kommen und wie man sie erwischt, erklärt die Seite Wetter und Reisezeit.

Leben im Jahreslauf

Neben dem Kurbetrieb prägen Vereine, Landwirtschaft und Brauchtum das Jahr. Die alemannische Fasnet im Spätwinter gehört genauso dazu wie Sommerfeste. Seit 1993 gibt es am zweiten Augustwochenende die Schlemmermeile, und alle zwei Jahre wird ein Wettbewerb für Strohskulpturen ausgerichtet. Mehr dazu im Bereich Feste und Brauchtum.

Einordnung: Wer hier schreibt

Diese Seiten sind ein unabhängiger Ratgeber. Wir sind weder die Gemeinde noch die Tourist-Information und vermitteln keine Zimmer. Unter dieser Adresse erschien früher ein privates Ortsportal mit Bildern, Webcams und einem Gastgeberverzeichnis; dieses Angebot gibt es nicht mehr. Mehr dazu unter Über dieses Portal.

Quellen

  • Gemeindedaten und Geschichte: Angaben der Gemeinde Höchenschwand sowie Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  • Ortsgeschichte und Sehenswürdigkeiten: gängige Ortsbeschreibungen, unter anderem der Wikipedia-Artikel zu Höchenschwand (Stand Oktober 2026)
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum heißt Höchenschwand Dorf am Himmel?
Der Beiname spielt auf die Höhenlage an. Der Ortskern liegt auf rund 1.015 Metern auf einer offenen Hochfläche, von der man bei klarer Sicht weit über den Hochrhein bis zu den Alpen schaut. Dieses Gefühl, über der Landschaft zu stehen, hat dem Ort den Namen eingebracht, mit dem er bis heute wirbt.
Welche Ortsteile gehören zu Höchenschwand?
Neben dem Hauptort gehören die früheren Gemeinden Amrigschwand und Tiefenhäusern dazu. Zu Amrigschwand zählen unter anderem Attlisberg, Ellmenegg, Segalen und Strittberg, zu Tiefenhäusern Frohnschwand, Heppenschwand sowie Ober- und Unterweschnegg.
Gehört Höchenschwand zum Hotzenwald?
Höchenschwand liegt im Südschwarzwald östlich des Albtals. Der Hotzenwald im engeren Sinn liegt westlich davon zwischen Alb und Wehra. Im allgemeinen Sprachgebrauch und in Wanderführern wird die Gegend um Höchenschwand oft mit dem Hotzenwald zusammen genannt, weil Landschaft und Geschichte eng verbunden sind.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Höchenschwand im Web.