Ausflugsziele

Dom St. Blasien besuchen: Öffnungszeiten, Anfahrt, Hintergründe

Die große Kuppelkirche im Albtal: was Sie beim Besuch erwartet, wie Sie von Höchenschwand hinkommen und warum Ort und Kloster so eng mit der Hochfläche verbunden sind.

Der Dom St. Blasien ist das bedeutendste Bauwerk im Umkreis von Höchenschwand und einer der eindrucksvollsten Kirchenbauten im Südwesten Deutschlands. Die frühere Klosterkirche der Benediktiner steht im Albtal, rund 8 Kilometer vom Ort entfernt. Ihre Kuppel mit einem Durchmesser von rund 36 Metern gehört zu den größten Kirchenkuppeln Europas. Der Dom ist in der Regel tagsüber zugänglich, ein Besuch dauert 30 bis 60 Minuten. Hier erfahren Sie, was Sie erwartet, wie Sie hinkommen und warum die Geschichte des Klosters auch die Geschichte von Höchenschwand ist. Weitere Ziele stehen unter Ausflugsziele ab Höchenschwand.

Besuch: das Wichtigste

Thema Hinweis
Öffnung in der Regel tagsüber, nicht während Gottesdiensten und Veranstaltungen
Eintritt Kirchenraum in der Regel ohne Eintritt, Spende erbeten
Führungen über die Tourist-Information St. Blasien, Termine saisonal
Konzerte vor allem im Sommer, Programm jährlich neu
Dauer 30 bis 60 Minuten, mit Führung länger
Verhalten ruhig bleiben, angemessene Kleidung, Fotografieren ohne Blitz

Feste Uhrzeiten nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von der Gottesdienstordnung und der Saison ab und ändern sich. Wer den Dom in Ruhe sehen will, kommt am besten an einem Werktagvormittag.

Was Sie im Dom erwartet

Schon von außen fällt der Bau aus dem Rahmen. Eine Rundkirche mit mächtiger Kuppel und Säulenvorhalle würde man eher in Rom oder Paris erwarten als in einem Schwarzwaldtal. Tatsächlich orientierte sich der Architekt am Pantheon in Rom, dem Vorbild vieler Kuppelbauten.

Innen öffnet sich ein runder, sehr heller Raum. Ein Kranz von Säulen trägt die Kuppel, das Licht fällt von oben herein. Der Raum ist in Weiß und hellen Tönen gehalten, ohne die Fülle von Gold und Farbe, die man aus Barockkirchen kennt. Das ist kein Zufall: Der Dom ist ein frühes Beispiel des Klassizismus in Deutschland, eines Stils, der sich bewusst an der Klarheit antiker Bauten orientierte.

Achten Sie beim Besuch auf:

  • die Kuppel: Stellen Sie sich in die Mitte und schauen Sie nach oben. Erst dann wird die Dimension deutlich.
  • den Übergang zum Chor: An den Rundbau schließt ein langgestreckter Chor an, der früher den Mönchen vorbehalten war.
  • die Akustik: Der Raum hat einen langen Nachhall. Bei Orgelmusik oder Konzerten wird das besonders spürbar.
  • den Platz vor dem Dom: Von außen wirken Kuppel und Vorhalle zusammen mit den früheren Klostergebäuden als Ensemble.

Geschichte in Stichworten

Das Kloster

St. Blasien war über Jahrhunderte eines der mächtigsten Benediktinerklöster im Südwesten. Es besaß weite Gebiete im Südschwarzwald, darunter die Hochfläche um Höchenschwand, die von hier aus besiedelt und bewirtschaftet wurde. Ab dem 13. Jahrhundert lag die Schutzherrschaft über das Kloster bei den Habsburgern. Mehr zur Verbindung von Ort und Kloster steht im Porträt Höchenschwand im Überblick.

Der Neubau nach 1768

Nach einem Brand im Jahr 1768 ließ Fürstabt Martin Gerbert Kloster und Kirche neu errichten. Gerbert war ein gelehrter Abt, der sich unter anderem mit der Geschichte der Kirchenmusik beschäftigte. Für die Kirche gewann er den französischen Architekten Pierre Michel d’Ixnard. Gebaut wurde von 1772 bis 1783. Das Ergebnis war ein Kuppelbau, der in seiner Zeit in Deutschland kaum Vergleiche hatte.

Aufhebung und Brand von 1874

Mit der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgehoben, das Gebiet kam an Baden. Die Mönche zogen nach St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Die Klostergebäude wurden danach unter anderem gewerblich genutzt. Im Februar 1874 zerstörte ein Großbrand die Kuppel und große Teile der Anlage. Der Wiederaufbau zog sich über Jahrzehnte, erst 1913 wurde die Kirche wieder geweiht.

Heute

Heute ist der Dom katholische Pfarrkirche. In den früheren Klostergebäuden befindet sich seit den 1930er-Jahren ein Gymnasium mit Internat in Trägerschaft der Jesuiten, das Kolleg St. Blasien. Teile der Gebäude sind deshalb nicht öffentlich zugänglich.

Was der Dom mit Höchenschwand zu tun hat

Wer in Höchenschwand Urlaub macht, begegnet dem Kloster St. Blasien auf Schritt und Tritt, auch ohne es zu merken. Die Hochfläche wurde vom Kloster aus gerodet und besiedelt, die Ortsnamen auf „schwand“ erinnern an dieses Roden. Die Höfe lieferten Abgaben ins Albtal, und die Schutzherrschaft der Habsburger über das Kloster bestimmte über Jahrhunderte auch das Leben im Dorf. Mit der Aufhebung des Klosters 1806 endete diese Zeit für Höchenschwand ebenso wie für St. Blasien, beide Orte kamen an Baden.

Ein Besuch im Dom erklärt deshalb auch, warum Höchenschwand so aussieht, wie es aussieht: verstreute Höfe, gerodete Wiesen und ein Dorf, dessen Geschichte lange im Tal geschrieben wurde. Die Stationen der Ortsgeschichte fasst das Porträt Höchenschwand im Überblick zusammen.

Mit Kindern im Dom

Kirchenbesuche sind für Kinder nicht immer spannend. Im Dom St. Blasien hilft die Architektur. Lassen Sie Kinder in der Mitte unter der Kuppel stehen und schätzen, wie hoch es nach oben geht, oder zählen, wie viele Säulen den Rundbau tragen. Draußen lässt sich die Kuppel von verschiedenen Punkten im Ort aus suchen. Halten Sie den Besuch kurz und verbinden Sie ihn mit einem Spaziergang an der Alb, dann bleibt der Tag für alle angenehm.

Anfahrt ab Höchenschwand

Mit dem Auto

Von Höchenschwand fahren Sie rund 8 Kilometer hinunter ins Albtal, das dauert etwa 15 Minuten. In St. Blasien gibt es Parkplätze in der Nähe der Ortsmitte, in der Regel gebührenpflichtig. Im Winter ist die Straße ins Tal kurvig und kann glatt sein.

Mit dem Bus

Zwischen Höchenschwand und St. Blasien verkehren Busse. Am Wochenende und abends fahren weniger, deshalb lohnt der Blick in die Fahrplanauskunft vor der Abfahrt. Hinweise zu Bus und Bahn und zur Gästekarte stehen unter Anreise und Mobilität.

Zu Fuß

Die schönste Anreise führt zu Fuß von der Hochfläche hinunter. Für die einfache Strecke von rund 250 Höhenmetern bergab brauchen Sie etwa zwei Stunden. Die Route mit Varianten beschreibt der Artikel Von Höchenschwand nach St. Blasien wandern.

Den Besuch verbinden

  • Kurpark und Albufer: Rund um den Dom laden Spazierwege an der Alb und der Kurpark zu einer Runde ein.
  • Café und Mittagessen: In der Ortsmitte gibt es Gastronomie in wenigen Gehminuten.
  • Schluchsee: Auf der Rückfahrt lässt sich ein Abstecher an den See einplanen.
  • Albsteig: Der Fernwanderweg führt durch St. Blasien. Einzelne Abschnitte eignen sich als Tagestour.

Tipps für den Besuch

  • Kommen Sie an einem Werktag, wenn Sie den Raum ruhig erleben möchten.
  • Fragen Sie bei der Tourist-Information nach Führungen. Sie erklären Details, die man allein übersieht.
  • Prüfen Sie das Konzertprogramm, wenn Sie im Sommer kommen. Musik in diesem Raum ist ein eigenes Erlebnis.
  • Nehmen Sie eine Jacke mit. Im Inneren großer Kirchen ist es auch im Sommer kühl.
  • Respektieren Sie Gottesdienste und Andachten. Wenn gerade gefeiert wird, warten Sie oder kommen Sie später wieder.

Quellen

  • Baugeschichte, Architekt, Kuppelmaß: Erzbistum Freiburg, Pfarrei St. Blasien und Bauwerksdatenbank Structurae (Stand Oktober 2026)
  • Brand von 1874 und Wiederaufbau bis 1913: Badische Landesbibliothek, Aufsatz zum Brand von St. Blasien 1874
  • Säkularisation und Umzug nach St. Paul im Lavanttal: gängige Darstellungen zur Klostergeschichte, unter anderem Wikipedia-Artikel Kloster St. Blasien
  • Öffnungszeiten und Führungen: Tourist-Information St. Blasien (tagesaktuell prüfen)
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wann ist der Dom St. Blasien geöffnet?
Der Dom ist eine Pfarrkirche und in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet. Während Gottesdiensten, Trauungen, Beerdigungen und Konzerten ist eine Besichtigung nicht oder nur eingeschränkt möglich. Weil sich die Zeiten nach Saison und Gottesdienstordnung richten, nennen wir keine festen Uhrzeiten. Aktuelle Angaben hat die Tourist-Information St. Blasien.
Kostet der Besuch des Doms Eintritt?
Für die Besichtigung des Kirchenraums wird in der Regel kein Eintritt verlangt. Eine Spende für den Erhalt des Bauwerks ist willkommen. Führungen und Konzerte können kostenpflichtig sein.
Warum heißt die Kirche Dom, obwohl St. Blasien kein Bischofssitz ist?
„Dom“ ist hier ein volkstümlicher Name für eine große, bedeutende Kirche. Ein Bischofssitz war St. Blasien nie. Die Kirche war bis zur Aufhebung des Klosters 1806 Abteikirche der Benediktiner und ist heute katholische Pfarrkirche.
Wie komme ich ohne Auto von Höchenschwand zum Dom?
Mit dem Bus, der zwischen Höchenschwand und St. Blasien verkehrt, oder zu Fuß. Die Wanderung hinunter ins Albtal dauert etwa zwei Stunden. Viele Gäste gehen hinunter und fahren mit dem Bus zurück.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Höchenschwand im Web.